Finanzierung

Großhandel unter Spannung: Wenn Umsatz wächst, aber Liquidität gebunden bleibt

Im B2B-Großhandel ist eines Alltag: Kunden wollen lange Zahlungsziele.
Nicht aus Unzuverlässigkeit, sondern weil es Teil des Geschäftsmodells ist. Wer beliefert, finanziert mit – oft über Monate.
Für viele Großhändler bedeutet das: steigender Umsatz, volle Lager, wachsende Außenstände. Ebbe auf dem Konto – und gleichzeitig ein Kontokorrent, das permanent unter Druck steht. Die Bank reagiert auf Anfragen zur Linienerhöhung spät und droht, diese abzulehnen.

So auch bei einem Großhändler mit rund 30 Mitarbeitenden und etwa 8 Millionen Euro Umsatz. Stark im Vertrieb, gut positioniert bei Handwerk und Industrie, digital ordentlich aufgestellt – und trotzdem ständig am Liquiditätslimit.


Lange Zahlungsziele als Zwangsprodukt

Zahlungsziele von 90, 120 oder sogar 180 Tagen waren keine Ausnahme, sondern Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Effekt: Ein großer Teil des Kapitals steckte in offenen Forderungen und im Lager, während Lieferanten stets sofort bezahlt werden mussten.

Die Geschäftsführerin war viel beim Kunden, KPI-getrieben, vertriebsstark – aber Finanzthemen liefen „mit“. Bankgespräche kosteten Zeit, Kreditlinien wuchsen langsamer als Lager und Außenstände. Gleichzeitig wuchs der Druck durch Digitalisierung, Marktplätze und steigende Finanzierungskosten.

Der Engpass war klar:
Nicht der Umsatz – sondern gebundene Liquidität.


Der entscheidende Hebel: Factoring entkoppelt Liquidität von Zahlungszielen

Der erste und wichtigste Schritt war Factoring.
Nicht als Testballon, sondern als strategische Entscheidung.

Die offenen B2B-Rechnungen wurden systematisch in Liquidität umgewandelt. Der Großhändler konnte seinen Kunden weiterhin lange Zahlungsziele anbieten – ohne selbst in Vorleistung zu ersticken. Die Sorgen vor zunehmenden Insolvenzen auf Kundenseite wurden durch den 100-%-Delkredere­schutz vollständig abgefedert.

Das veränderte den Alltag spürbar.
Liquidität kam nicht mehr dann, wenn Kunden zahlten, sondern dann, wenn geliefert wurde. Der Vertrieb konnte wachsen, ohne dass jede neue Bestellung die Kreditlinie weiter strapazierte. Die schlaflosen Nächte wegen drohender Kundeninsolvenzen waren Geschichte.

Factoring wurde damit zur strategischen Finanzierungsbasis im Hintergrund – ohne echten Mehraufwand im Tagesgeschäft.


Der zweite Schritt: Betriebsmittelkredit für Lager und Sortiment

Mit entlastetem Cashflow wurde der nächste Engpass sauber adressiert: das Lager.
Sortimentstiefe und Verfügbarkeit sind im Großhandel entscheidend – kosten aber Kapital.

Der Kunde verfügte über eine Banklinie, die dauerhaft ausgereizt war, abgesichert über Globalzession und Lager – mit sehr hohen Abschlägen.

Hier haben wir den Betriebsmittelkredit neu strukturiert, um gezielt das Working Capital abzusichern. Nicht als Dauerstress, sondern als planbare Linie für Einkauf, Lageraufbau und saisonale Spitzen.

Der Unterschied zur Vergangenheit:
Der Betriebsmittelkredit ergänzte das Factoring – er ersetzte es nicht. Der Kunde konnte für die Saison ausreichend einkaufen, Skonti konsequent nutzen und dadurch seinen Umsatz steigern.


Die Ergänzung: Leasing für Logistik und Infrastruktur

Parallel wurden Investitionen in LKWs sowie in IT-Hard- und Software über Leasing umgesetzt. Fahrzeuge und IT-Ausstattung konnten modernisiert werden, ohne Liquidität zu binden oder zusätzliche Sicherheiten zu blockieren.

Auch im Großhandel ist Leasing ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Es hält die Infrastruktur leistungsfähig, während Cashflow und Kreditlinien geschützt bleiben.


Heute: Wachstum ohne finanziellen Dauerstress

Heute ist die Finanzierung klar strukturiert.
Factoring sorgt dafür, dass lange Zahlungsziele kein Risiko mehr sind. Über Factoring konnte der Kunde die gleiche Sicherheit wie zuvor mit dem Betriebsmittelkredit erzielen – jedoch mit deutlich höherer Liquidität, da Factoring Forderungen mit rund 90 % auszahlt, während die Bank diese zuvor nur mit etwa 20 % bewertet hatte. Ergänzt wurde dies durch den vollständigen Schutz vor Forderungsausfällen.

Der Betriebsmittelkredit stabilisiert Lager und Einkauf und passt sich dem saisonalen Verlauf an.
Leasing hält die Infrastruktur modern.

Zusätzlich konnte durch diese Maßnahmen die wichtige Kennzahl Eigenkapitalquote verbessert werden – ein klarer Vorteil für das Bankenrating.

Die Geschäftsführerin verfügt heute über ausreichend Liquidität, hat wieder den Kopf frei für Vertrieb, Kunden und Digitalisierung – und deutlich weniger schlaflose Nächte.


So unterstützen wir Großhändler konkret

Wir verstehen, dass Zahlungsziele im Großhandel kein Wunsch, sondern Realität sind.
Deshalb setzen wir dort an, wo es wirklich wirkt.

Wir entkoppeln Liquidität von Zahlungszielen.
Wir stabilisieren Lager und Sortiment.
Wir stärken die Bilanz und sichern Unternehmen durch Schutz vor Forderungsausfällen ab.
Und wir reduzieren Bankabhängigkeit, statt sie nur zu verschieben – indem wir Finanzierungsquellen sinnvoll diversifizieren.

Wenn Sie im Handel oder Großhandel tätig sind und sich hier wiederfinden, sprechen Sie mit uns oder nutzen Sie direkt unser Formular:
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Über den Autor

Thorsten König

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